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Festschrift "100 Jahre RSV"

Die Festschrift zum 100-j├Ąhrigen Vereinsjubil├Ąum wurde in mehr als einem Jahr in m├╝hevoller Kleinarbeit  erstellt. Viele Vereins-Mitglieder und Freunde waren an der Entstehung, angefangen von der Form-Findung ├╝ber die Suche nach Sponsoren und die Berichts-Schreibung bis zum Satz und Druck daran beteiligt.
An dieser Stelle sei allen beteiligten hier nochmals herzlich gedankt.

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Vereins-Chronik Radsportverein Stuttgart - Vaihingen

Die hier ver├Âffentlichte Chronik (1901 bis 2001) wurde in der Festschrift zum 100-j├Ąhrigen Vereinsjubil├Ąum im Jahr 2001 ver├Âffentlicht. Erstellt wurde diese Chronik von G├╝nther Fischer.

1901

Am Dienstag, 11. Juni 1901, versammeln sich in Vaihingen auf den Fildern zehn junge M├Ąnner, ├╝berwiegend angehende Gesch├Ąftsleute, im Gasthaus Gambrinus und gr├╝nden den "Radfahrerverein Vorw├Ąrts". Es sind dies Eduard Alber, Martin Balderer, Wilhelm Fremd, Adolf Hohl, Karl Lehmann, Hans Neu, Karl Scharr, Karl Schehle, Karl Schulthei├č und Gottlob Stolz. Zum ersten Vorstand wird Martin Balderer gew├Ąhlt.
Schon wenige Wochen nach seiner Gr├╝ndung veranstaltet der noch junge Verein ein Distanzrennen auf der nicht ausgebauten Stra├če von Vaihingen nach B├Âblingen und zur├╝ck, das der erste Vorsitzende Martin Balderer als strahlender Sieger beendet.

1909

Im Rahmen einer festlichen Bannerweihe mit Stra├čenrennen und Preis-Blumenkorso wird die noch heute vorhandene wertvolle Standarte am 25. Juli eingeweiht. In seiner Festansprache weist der Vorstand Martin Balderer auf die zu ├╝berwindenden Schwierigkeiten, aber auch auf die bl├╝hende Entwicklung des Vereins in den zur├╝ckliegen den Jahren hin. In den Presseberichten der folgenden Tage spiegelt sich allerdings auch die in damaliger Zeit noch in allen Bev├Âlkerungsschichten vorhandene Rivalit├Ąt zwischen M├Âhringen und Vaihingen wider.

1912

Robert Mezger, ein in verschiedenen sportlichen Disziplinen erfolgreicher Mann, war wohl der erste Rennfahrer, der durch herausragende Leistungen nicht nur sich, sondern auch den Vaihinger Radfahrerverein weithin bekannt gemacht hat. Der Gewinn der S├╝ddeutschen Stra├čenmeisterschaft war der erste Titelerfolg, dem in sp├Ąteren Jahren noch weitere Siege bei nationalen Meisterschaften folgen sollten.

Mit der Anschaffung der ersten vereinseigenen Saalmaschinen erh├Ąlt auch der Saalradsport ┬ş insbesondere der Radball und das Kunstradfahren ┬ş in Vaihingen einen betr├Ąchtlichen Auftrieb.

1913

Der Verein ist inzwischen durch herausragende Leistungen in den von ihm betriebenen Sportarten in die w├╝rttembergische Spitzenklasse aufger├╝ckt. Er konnte sich auch ├╝ber die Landesgrenzen hinaus einen klangvollen Namen verschaffen.
Bis 1914 hatte der Verein bereits dreimal den Titel eines Bezirksmeisters und zweimal den eines W├╝rttembergischen Gaumeisters im Korsofahren nach Vaihingen geholt.

1914

Der Erste Weltkrieg bricht aus. Nahezu alle aktiven Sportler des Vereins werden zum Waffendienst eingezogen. Der Sportbetrieb ist damit vorl├Ąufig erloschen. Zehn Sportkameraden sind in diesem Krieg gefallen. Die weitere Existenz des Vereins ist durch die schmerzlichen Verluste ernsthaft in Frage gestellt.

1919

Der Trainingsbetrieb wird mit zum Teil neuen Kr├Ąften wieder aufgenommen. Die Begeisterung der Vaihinger B├╝rger f├╝r den Radsport l├Ąsst den Verein rasch wachsen.
Zahlreiche sportliche Erfolge bescheren auch dem "Vorw├Ąrts" goldene Zwanziger Jahre und lassen die Radler wieder in die Spitze der w├╝rttembergischen Radsportszene aufsteigen.

1926

Mit einem farbenfrohen Festumzug in den Hauptstra├čen Vaihingens feiert der Verein unter Beteiligung zahlreicher Gruppen aus dem Ort und den Nachbargemeinden sein 25-j├Ąhriges Bestehen. Aus diesem Anlass richtet er auch die Bezirksmeisterschaften aus. Mehrere Bezirksmeistertitel dokumentieren die sportlichen Erfolge des Vereins in dieser Zeit, insbesondere im Stra├čenrennsport, Radball und Kunstradfahren.

1927

Der Verein wird Gaumeister im Vierer-Mannschaftsfahren.

1928

Mit dem Titel eines Bezirksmeisters und W├╝rttembergischen Landesmeisters machen die Korsofahrer auf sich aufmerksam.

1929

Als Deutscher Vizemeister im Wanderfahren geht der "Vorw├Ąrts" in die Annalen ein.

1930, 1931

Die Vaihinger Radsportler werden W├╝rttembergischer Meister im Wanderfahren und Sechser-Kunstfahren.

1932, 1933, 1934

Richard Muff kann die W├╝rttembergischen Querfeldein-Meisterschaften jeweils f├╝r sich entscheiden.

1937

Am 12. Mai 1937 wird auch der "Radfahrerverein Vorw├Ąrts" ┬ş wie nahezu alle Vereine in Deutschland ┬ş vom Machtstreben des Hitler-Regimes erfasst. Die NSDAP und der Reichsbund f├╝r Leibes├╝bungen erzwingen den Zusammenschluss der Vaihinger Turn- und Sportvereine zum Einheitsverein "Sportvereinigung Vaihingen". Gegen die Parole: "Ein gro├čes Ziel kann nur durch Zusammenarbeiten und Zusammenmarschieren erreicht werden", kommen auch die Widerst├Ąndler im Verein nicht an. Mit der Zwangsvereinigung ist ein drastischer Abfall der Aktivit├Ąten und damit auch der sportlichen Erfolge verbunden.

1939

Nach Ausbruch des verheerenden Zweiten Weltkrieges werden wiederum nahezu alle aktiven Radsportler zum Wehrdienst einberufen. Ein geregelter Sportbetrieb ist nicht mehr m├Âglich.

1945

Der Krieg ist verloren, das Deutsche Reich zusammengebrochen. Die "Sportvereinigung Vaihingen" wird von der Milit├Ąrregierung aufgel├Âst und die noch existierenden Abteilungen im neu gegr├╝ndeten "Sportverein Vaihingen" zusammengefasst.

1946

Aus dem Krieg zur├╝ckgekehrte fr├╝here Radsportler schlie├čen sich zun├Ąchst dem Sportverein Vaihingen an und erwecken die Radabteilung zu neuem Leben.

1949

Nach den ersten sportlichen Erfolgen in der Nachkriegszeit erinnert man sich immer lebhafter an die Tradition des "Vorw├Ąrts". Schlie├člich scheiden die Radsportler ┬ş wie auch andere Gruppierungen ┬ş aus dem Sportverein Vaihingen aus und werden unter dem neuen politisch neutralen Namen "Radsportverein Stuttgart-Vaihingen" wieder eigenst├Ąndig. Erster Vorstand wird Robert Hertneck. Der Verein z├Ąhlt zu dieser Zeit 42 Mitglieder. Vereinslokal ist in den 50er Jahren das Gasthaus L├Âwen.
Die erste Radballmannschaft wird Bezirksmeister und kn├╝pft damit an die Erfolge der Vorkriegszeit an. Die Mitgliederzahlen steigen rasch an und auch sportlich geht es wieder rasant aufw├Ąrts.

1950

Mit Bernhard Seher stellt der Radsportverein Vaihingen den W├╝rttembergischen Jugendmeister im Stra├čen- und Bahnfahren. Im Zweier-Radball holen sich Kurt Hepperle und Kurt Maile den begehrten Titel eines W├╝rttembergischen Jugendmeisters.
Das Rad-Kriterium "Rund um den Feuersee" begr├╝ndet eine Rennserie, die bis in die 60er Jahre allj├Ąhrlich international renommierte Rennfahrer und mehrere tausend Zuschauer auf und an den Rundkurs lockt. Vaihingen wie auch sein Radsportverein schreiben mit diesen Veranstaltungen einen beachtlichen Teil der w├╝rttembergischen Radsportgeschichte.
Zum neuen Ersten Vorstand wird Robert H├Ąberle gew├Ąhlt.

1951

Der Verein ist rasch gewachsen und z├Ąhlt bereits rund 80 Mitglieder. Vom 30. Juni bis 2. Juli feiert er sein 50-j├Ąhriges Vereinsbestehen in einem Festzelt auf dem Leicht'schen Platz an der Robert-Koch-Stra├če. Teil des Festprogramms ist die W├╝rttembergische Stra├čenmeisterschaft mit Start und Ziel in der Krehlstra├če, die der Verein f├╝r den W├╝rttembergischen Radsportverband ausrichtet. Ein bunter Festzug mit Blumen-Korso und befreundeten Vereinen aus Vaihingen und Umgebung bewegt sich lautstark durch das Ortszentrum. Auf dem Festplatz erwartet die zahlreichen Besucher aus nah und fern ein unterhaltsames Programm. Radsportliche Darbietungen wie Einer- und Zweier-Kunstfahren, Damen-Kunstfahren, Sechser-Kunstreigen und Radball-Spiele begeistern ebenso wie die Auftritte des Musikvereins sowie des Vaihinger M├Ąnnergesangvereins.

1952

Manfred H├Ąberle/Dieter Lutz belegen den zweiten Platz bei den W├╝rttembergischen Meisterschaften im Kunstradfahren der Sch├╝ler.

1953

Beharrlich arbeiten Verantwortliche und Mitglieder unter den damaligen Vorst├Ąnden Robert H├Ąberle, sp├Ąter Richard Muff und Robert Hohnloser am weiteren Aufbau des Vereins. Gerhard Dieterle ├╝bernimmt die Technische Leitung. Die planm├Ą├čig betriebene Breitenarbeit zeigt auch bald Fr├╝chte. Der Kreis der Spitzenfahrer vergr├Â├čert sich zusehends. Ab der zweiten H├Ąlfte dieses Jahrzehnts sind die Vaihinger Radfahrer immer h├Ąufiger im oberen Teil der Ergebnislisten zu finden.

1954, ┬ş1956

Der RSV Vaihingen veranstaltet mehrere Radball-Spieltage, richtet die Feuersee-Rennen aus und nimmt an mehreren Wanderfahrten teil. Der Versuch, dem Verein eine Motorrad-Abteilung anzugliedern, ist in der Jahreshauptversammlung 1956 gescheitert. Das Argument, die Zukunft geh├Âre dem Motorsport und inzwischen seien die meisten Mitglieder ohnehin motorisiert, vermochte die versammelten Radfreunde nicht zu ├╝berzeugen. Nach den Statuten des Spitzenverbandes w├Ąre auch nur die Anbindung einer Moped-Abteilung zul├Ąssig gewesen.
In der zweiten H├Ąlfte der 50er Jahre k├Ąmpft die Vereinsf├╝hrung gegen r├╝ckl├Ąufige Mitgliederzahlen und die damit verbundenen finanziellen Schwierigkeiten. Mit Schrottsammlungen, Spenden sowie Eigenleistungen gelingt es dennoch, die notwendigen Sportger├Ąte zu beschaffen.

1957

Die Rennsport-Abteilung des Vereins macht mit guten Ergebnissen auf sich aufmerksam. Sie gewinnt mit den starken Fahrern Werner Gehring, Wolfram H├Ągele, Gerhard Kress und Klaus May neben zahlreichen namhaften Rennen auch die W├╝rttembergische Meisterschaft im Stra├čen-Vierer.
Das Feuersee-Rennen kann der Mannheimer Rudi Altig f├╝r sich entscheiden.

1958

Nach gro├čen Erfolgen auf der Stra├če k├Ânnen sich die Vaihinger Fahrer auch auf der Bahn immer besser durchsetzen. 1958 dominiert Klaus May die W├╝rttembergischen Meisterschaften der Verfolger.

1959

Mit Gerhard Kress, Horst Sperandio, Heinz und Klaus May verf├╝gt der Verein ├╝ber herausragende Einzelfahrer und eine schlagkr├Ąftige Mannschaft. Bei den W├╝rttembergischen Meisterschaften im Bahn-Vierer ist ihnen der Titel nicht zu nehmen. Mit Eifersammeln die Mitglieder des Vereins Alteisen, um der Mannschaft die Reise zu den Deutschen Meisterschaften in Berlin zu erm├Âglichen. Der Bahn-Vierer kann dort jedoch nur mit drei Fahrern starten und ist daher chancenlos, da Horst Sperandio an der DDR-Grenze wegen Republikflucht verhaftet und f├╝r ein Jahr inhaftiert wird.
Heinz May erringt die Bronzemedaille im Fliegerfahren (Sprint) und Gerhard Kress / Eugen Wondratsch setzen sich im Zweier-Mannschaftsfahren durch. Klaus May kann seinen Titel im Verfolgungsfahren erfolgreich verteidigen. Gerhard Kress gewinnt die Kreismeisterschaft auf der Stra├če. Das Feuersee-Rennen wird als Zweiermannschafts-Rennen ausgerichtet, bei dem Klaus May/Horst Sperandio vom RSV den zweiten Platz belegen.
Der RSV ist nach Abschluss des Sportjahres erfolgreichster Verein in W├╝rttemberg.

1960

Klaus May kann neben der Titelverteidigung im Verfolgungsfahren auch die W├╝rttembergische Meisterschaft im Flieger- und Zeitfahren gewinnen. Die Radball-Abteilung behauptet sich in der Landesliga und wird mit Dieter und Herbert Lutz Kreismeister. Sie belegen auch den dritten Platz bei der Bezirksmeisterschaft.
Gerhard Kress, Heinz May, Klaus May und Horst Sperandio werden W├╝rttembergische

Vizemeister im Vierer-Vereinsmannschaftsfahren auf der Bahn.
Das Kunst- und Reigenfahren war schon in der zweiten H├Ąlfte der 50er Jahre stark r├╝ckl├Ąufig und kommt nun nahezu zum Erliegen. Es ist dem Verein nicht gelungen, junge Menschen f├╝r diesen sch├Ânen Sport zu gewinnen, nachdem erfahrene Kr├Ąfte ihre aktive Laufbahn beendet hatten. Es war auch eine Erscheinung der Zeit, dass sich das Interesse der Bev├Âlkerung in allen gr├Â├čeren St├Ądten mit ihren vielf├Ąltigen Angeboten anderen kampfbetonten Sportarten zuwandte. Akrobatische Kunst auf dem Fahrrad war fortan eine Dom├Ąne der radsporttreibenden Vereine in kleineren Gemeinden.
Das Feuersee-Rennen gewinnt die Mannschaft Pit Glemser/Christian Fritzsche vom SSC Stuttgart.

1961

Radsportfreunde aus nah und fern feiern in der Turn- und Festhalle Vaihingen das 60-j├Ąhrige Bestehen des Vereins. Eine besondere Ehrung erf├Ąhrt bei diesem Anlass Robert H├Ąberle. Er erh├Ąlt f├╝r seine langj├Ąhrige Mitarbeit in Verein und Verband die silberne Ehrennadel des W├╝rttembergischen Radsportverbandes. Robert Hohnloser sowie Ernst und Otto G├╝nther werden mit der Ehrennadel des BDR ausgezeichnet.
Teil der Jubil├Ąumsveranstaltungen war auch die Ausrichtung der W├╝rttembergischen Radballmeisterschaften sowie eines hochrangig besetzten Querfeldein-Rennens. Der schwere Rundkurs beim Vaihinger Freibad wurde vom BDR als Vorbereitungsrennen f├╝r die Weltmeisterschaften gewertet. Mit dem Feld kommt auch der deutsche Stra├čenmeister Karl-Heinz Kunde ins Ziel. Dieter Lutz und Manfred H├Ąberle werden Kreismeister der Landesliga im Radball. Vorl├Ąufig letztmals geht das weit ├╝ber die Landesgrenzen hinaus bekannt gewordene Kriterium "Rund um den Feuersee" ├╝ber die B├╝hne. Durch den Einbau von Stra├čenbahngleisen in einem Teil des traditionsreichen Kurses beim Vaihinger Freibad ist die Strecke f├╝r den Sportbetrieb nicht mehr nutzbar.
Der drohende Verlust ihres "Feuersee-Rennens" lassen den umtriebigen Vorstand Richard Muff und seinen Technischen Leiter Gerhard Dieterle nicht ruhen. Schon l├Ąngere Zeit gehen sie mit der Idee schwanger, anspruchsvollen Radsport auch im Winter anzubieten. Am 10. Dezember wird das Ergebnis ihrer monatelangen Planungen offenkundig. Beim Sportplatz Rosental wird mit Unterst├╝tzung von "Sinalco" ein hochrangig besetztes Querfeldeinrennen angeschossen. Mit diesem Rennen begr├╝ndet der Verein nicht nur ein neues, sondern auch ein sehr erfolgreiches Kapitel seiner Sportgeschichte.

1962

Auf einem ge├Ąnderten Rundkurs wird das "Internationale Kriterium am Feuersee" ausgetragen. Horst Sperandio und Gerhard Kress vom RSV belegen den vierten und f├╝nften Platz. Auch in den folgenden Jahren werden in Vaihingen ┬ş wenn auch mit Unterbrechungen, auf verschiedenen Strecken und unter wechselnden Bezeichnungen ┬ş interessante Stra├čenrennen angeboten, bis finanzielle Schranken zu einer l├Ąngeren Auszeit zwingen.
Unter dem Transparent "Gro├čer Sinalco-Preis" wird wieder ein internationales Querfeldeinrennen auf der 1,8 km langen Rundstrecke hinter dem Vaihinger Freibad ausgetragen. Die Sportlichen Leiter k├Ânnen 36 bekannte Rennfahrer aus Italien, Frankreich, Belgien und aus der BRD auf die Strecke bringen. Nahezu 4000 Zuschauer sehen den ├╝berlegenen Sieg des K├Âlner Ex-Weltmeisters Rolf Wolfshohl. Der amtierende Weltmeister Renato Longo aus Italien belegt den zweiten Platz.
Es war ein gro├čer Gewinn f├╝r Vaihingen, sein Umfeld und den Radsport, dass die Verantwortlichen des Vereins den Getr├Ąnkehersteller Sinalco als Gro├čsponsor f├╝r die von ihm ausgerichteten Querfeldeinrennen gewinnen konnten. Damit war eine kontinuierliche Entwicklung dieser Rennserie auf Jahre hinaus sichergestellt. Vaihingen wurde in dieser Zeit zum allj├Ąhrlichen bundesweit beachteten Treffpunkt der Rad-Asse aus ganz Europa.

1963

Der SSC-Fahrer und sp├Ątere Olympiasieger Karl Link f├Ąhrt vor ann├Ąhernd 2000 begeisterten Zuschauern als Erster von 44 Gestarteten ├╝ber den Zielstrich des Vaihinger Rad-Kriteriums. Beim dritten Gro├čen "Sinalco-Preis" sind wieder die besten Querfeldein-Spezialisten aus Europa dem Ruf des RSV gefolgt. Der ├╝berlegene Sieger hei├čt Renato Longo (Ex-Weltmeister aus Italien). Die weiteren Pl├Ątze belegen Ren├ę de Clercq (Belgien), Hermann Gretener (Schweiz) und der dreifache Weltmeister Rolf Wolfshohl aus K├Âln.

1965

Auf einem neuen Streckenkurs veranstaltet der RSV am 21. Februar 1965 das bestbesetzte Querfeldeinrennen der Bundesrepublik Deutschland. Am Start wimmelt es von Weltmeistern, europ├Ąischen Spitzenfahrern und nationalen Titeltr├Ągern. Renato Longo, der eine Woche zuvor seinen vierten Weltmeistertitel errungen hatte, siegt auch in Vaihingen. Sein Kommentar: "Das war das schwerste Querfeldeinrennen, das ich je gefahren habe." Rolf Wolfshohl, der hinter dem Schweizer Hermann Gretener den dritten Platz belegt, schimpft am Ziel trotz strahlendem Sonnenschein ├╝ber den verschneiten Kurs: "Das war eine Strecke f├╝r einen Skil├Ąufer, aber nicht f├╝r einen Radrennfahrer."

1966

Bei Regen und Tauwetter kann der 18-fache belgische Querfeldeinsieger Freddy Nys den "Gro├čen Sinalco-Preis" des Jahres 1966 f├╝r sich entscheiden.
Am 5. Juni f├╝hrt der RSV im Industriegebiet ein internationales Rad-Kriterium durch. H├Âhepunkt ist ein Zweier-Mannschaftsfahren ├╝ber 72 km, das von Eugen Wondratsch (Stuttgarter SC) mit Partner Albert Fritz (Singen) gewonnen werden kann. Der RSV-Fahrer Sperandio st├╝rzt in der zehnten Runde und muss mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die sp├Ąteren Olympiasieger J├╝rgen Colombo und Hans Lutz beherrschen das Rennen der A-Jugend und belegen die Pl├Ątze eins und zwei in ihrer Klasse.
Der Franzose Ren├ę G├Âtz passiert im Partnerschaftsrennen der Amateure zwischen Stra├čburg und Stuttgart als Erster den Zielstrich auf der "Stra├če Am Feldrand" in Vaihingen vor seinem Landsmann Jean-Claude Noo. Bester Deutscher auf der schweren Strecke ist J├Ârg Frank aus Aalen.

1967

Eine erstklassige internationale Besetzung weist das Querfeldeinrennen auf, das der RSV zum sechsten Male veranstaltet. Am Start hinter der Pestalozzischule sind die Nationalmannschaften von Belgien, der Schweiz, Holland, Frankreich, ├ľsterreich und der BRD. Das Rennen gilt als Generalprobe f├╝r die 14 Tage sp├Ąter stattfindende Weltmeisterschaft in Z├╝rich. Der Belgier Ren├ę de Clercq kann Ernst Boller aus der Schweiz auf den zweiten Platz verweisen. Karl St├Ąhle aus Magstadt belegt einen guten dritten Platz.

1968

Zwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaften in Luxemburg testet der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) seine Querfeldein-Fahrer beim "7. Gro├čen Sinalco-Preis". Ausrichter ist ┬ş wie bisher ┬ş der RSV Vaihingen.
Der Verein ist erneut f├╝r die Organisation der Zielankunft im Amateurrennen Stra├čburg ┬ş Stuttgart verantwortlich.

1969

Mit starken Fahrern aus Belgien, Luxemburg, Holland, der Schweiz und aus der BRD wird der "Gro├če Sinalco-Preis", das traditionelle Querfeldeinrennen in Vaihingen, hinter der Pestalozzischule ausgetragen, in dem sich letztlich Wolfgang Renner aus Magstadt als Sieger durchsetzen kann.

1970

Die Deutschen Meister im Zweier-Mannschaftsfahren, Colombo und M├╝ller (SSC), beherrschen das Vaihinger ├ľsterfeld-Radrennen, ein Kriterium ├╝ber 54 km. Es gewinnt schlie├člich mit geringem Punktevorsprung J├╝rgen Colombo vor Siegfried M├╝ller. Dritter wird Manfred Lederer (ebenfalls SSC). Horst Schwarz vom RSV gewinnt ein stark besetztes Anf├Ąngerrennen.
Mit dem Ende des finanziellen Engagements von Sinalco kommt es zu einer vor├╝bergehenden Unterbrechung der von den Vereinsmitgliedern wie auch von einem gro├čen Publikum gesch├Ątzten Querfeldein-Veranstaltungen in Stuttgart-Vaihingen.

1972

Am 28. Mai wird im Kernbereich Vaihingens ein vielbeachtetes Rundstreckenrennen ausgetragen. Im Oktober werden die Fahrer des Stra├čenrennens Stra├čburg ┬ş Stuttgart am Ziel vor dem Allianz-Stadion empfangen. Horst Schwarz wird in den erweiterten Jugendkader der Bahn-Nationalmannschaft aufgenommen.

1973

Zusammen mit Edi Ludwig von der Stuttgardia Stuttgart gewinnt Horst Schwarz mehrere Rennen in der Juniorenklasse und die Bronzemedaille im 20 km Zweier-Mannschaftsfahren auf der Bahn.
Gerhard Dieterle wird nach ├╝ber 20-j├Ąhriger T├Ątigkeit als Technischer Leiter und nahezu gleich langem erfolgreichem Wirken als Kampfrichter zum Vorstandsvorsitzenden des Vereins gew├Ąhlt.

1974

Bei einer Neuauflage des Vaihinger Traditionsrennens "Rund um den Feuersee" stehen unter anderem bekannte Namen wie Doppelweltmeister Hans Lutz, Heinz Betz, Bruno H├Ąnle, Olympiasieger J├╝rgen Colombo, G├╝nter Schabel und Wolfgang Renner auf der Starterliste. In dieser Reihenfolge werden von ihnen nach 75 km auch die Pl├Ątze eins bis sechs belegt. Weltmeister G├╝nter Schumacher muss in der 40. Runde aufgeben. Auch Werner Betz ist nach einer Verletzung zur Aufgabe gezwungen. Horst Schwarz belegt in diesem erlesenen Feld einen noch respektablen 11. Platz.
Die Mitglieder des Vereins ernennen Richard Muff im Hinblick auf seine ├╝ber zwei Jahrzehnte dauernde verdienstvolle T├Ątigkeit als Vorstand zum Ehrenvorsitzenden des RSV.

1975

Markus Hess belegt im Trikot des RSV den dritten Platz bei der Deutschen Sch├╝lermeisterschaft im Zeitfahren ├╝ber 16 km und legt damit den Grundstein f├╝r seine sp├Ąter sehr erfolgreiche Karriere als Radrennfahrer.
Die Weltmeister Hans Lutz (RSG B├Âblingen) und G├╝nter Schumacher (VfR B├╝ttgen) sind die ├╝berragenden Akteure beim Vaihinger Kriterium. Sie belegen den ersten und zweiten Platz, gefolgt von Karl W├Ârner (├ľschelbronn). Der dritte Mann aus dem WM-Vierer, Peter Vonhof, musste nach einem Sturz das Rennen aufgeben. Horst Schwarz belegt den siebten Platz.

1976

Im Saal der Allianz-Gastst├Ątte feiert der Verein mit seinen Mitgliedern und Freunden das 75-j├Ąhrige Bestehen. F├╝r die Unterhaltung sorgen die "JOHEIKOS".

1977

Der B├Âblinger Werner Betz ist erfolgreichster Punktesammler bei dem am 3. September ausgetragenen Prolog der Radamateure in Vaihingen, gefolgt von dem Franzosen Jean Van der Meer. Am Tag darauf wird das Fahrerfeld zur Fernfahrt Stuttgart ┬ş Stra├čburg auf die Strecke geschickt.
Auf einem Rundkurs im Bereich der Pestalozzischule werden im Dezember die W├╝rttembergischen Querfeldeinmeisterschaften der Amateure und der B-Jugend sowie ein Qualifikationsrennen der Junioren ausgetragen. Lokalmatador Markus Hess kann sich auf der aufgeweichten Strecke die Bronzemedaille im Wettbewerb der B-Jugend erk├Ąmpfen. Mit diesem Rennen lebt die Tradition der Rad-Cross-Veranstaltungen in Vaihingen wieder auf. Das Rennen gilt als Strecken- und Organisationstest f├╝r eine au├čergew├Âhnliche Gro├čveranstaltung im Folgejahr.

1978

Die besonderen Erfahrungen des RSV in der Organisation herausragender Querfeldeinrennen sind auch den Spitzengremien des Radsports nicht verborgen geblieben.
Vom Weltverband des Radsports (UCI) und dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) erging der Auftrag an den Verein, die Junioren-Europameisterschaft 1978 im Querfeldein-Radfahren auszurichten. Vom 24. bis 26. Februar treffen sich die besten Nachwuchsfahrer aus ganz Europa auf einem hervorragend pr├Ąparierten Rundkurs bei der Pestalozzi-Schule an der Krehlstra├če. Am Start sind Cross-Fahrer aus zw├Âlf Nationen, unter ihnen die Sch├╝tzlinge von Bundestrainer Karl Link. Der Titelkampf wird auf dem regennassen und v├Âllig aufgeweichten Boden zu einer Schlammschlacht ohnegleichen. Der 2,4 km lange Kurs muss von den jungen Fahrern, angefeuert von 3500 Zuschauern, siebenmal bew├Ąltigt werden. Am Schluss holt sich der Tschechoslowake Pavel Velek vor Lothar Kinas (Bramsche) und J├Ârgfried Schleicher (Siegburg) den begehrten Titel eines Junioren-Europameisters im Querfeldein. Der Pr├Ąsident des Welt-Radsportverbandes, Adriano Rodoni, sowie die zahlreich vertretene Presse zollen der Organisation unter Gerhard Dieterle sowie dem Verein insgesamt als Ausrichter der Veranstaltung einm├╝tig hohe Anerkennung und gro├čes Lob f├╝r die perfekte Abwicklung.
Mit Reinhard Grauer stellt der Verein einen weiteren herausragenden, ├╝ber viele Jahre erfolgreichen Fahrer. In seiner Spezialdisziplin hinter schweren Maschinen wird er in den Jahren von 1978 ┬ş 1983 mit verschiedenen Schrittmachern insgesamt f├╝nfmal W├╝rttembergischer Meister der Steher-Amateure im RSV-Trikot. Seinen ersten Steher-Titel holte er sich schon 1973, damals allerdings noch f├╝r einen anderen Verein.
Horst Schwarz, von 1970 bis 1975 selbst aktiver Rennfahrer im Trikot des Vereins, kann als Jugend- und Juniorentrainer verpflichtet werden.
Von der Stadt Stuttgart werden am Bernhartsberg zwei Rundstrecken f├╝r radsportliche Aktivit├Ąten angelegt. Die Streckeneinrichtung sollte sp├Ąter zu einem Zentrum der Radsport- und Trimm-dich-Bewegung ausgebaut werden. Dazu ist es allerdings nicht mehr gekommen.

1979

Bei strahlender Sonne erleben 800 Zuschauer den Prolog zum Partnerschaftsrennen Stuttgart ┬ş Stra├čburg, zu dem 120 Fahrer an den Start gehen. Joachim Fehrenbacher beendet das Rennen als Sieger. Die besten Vaihinger Amateure sind Gerhard Kress (18.) und Uli Seher (19.).
Markus Hess wird wieder W├╝rttembergischer Meister in verschiedenen Disziplinen.

1980

Uli Mayer, das Multi-Nachwuchstalent des Vereins, beherrscht die W├╝rttembergischen Meisterschaften und holt alle drei zu vergebenden Meistertitel der B-Jugend, so im 500 m Zeitfahren, in der 2000 m Einer-Verfolgung auf der Bahn und auch im Stra├čenfahren. Bernhard Seher gewinnt in Freiburg den 8. Europacup der Senioren. Der Jugend-Vierer erringt die Bronzemedaille auf der Bahn und Silber auf der Stra├če bei den W├╝rttembergischen Meisterschaften. Andreas Baumbach erk├Ąmpft sich die Bronzemedaille bei den W├╝rttembergischen Cross-Meisterschaften (A-Jugend).

Erstmals in seiner Geschichte richtet der Verein sein traditionelles Kriterium in Echterdingen und damit au├čerhalb des Stadtbezirks Vaihingen aus. Strahlende Gewinner des Rennens sind die Deutschen Meister aus B├Âblingen, Bruno H├Ąnle und Karl W├Ârner. Dritter wurde Bernd Schmid aus Wangen im Allg├Ąu. Der Vaihinger Markus Hess kann sich in der Juniorenklasse als Sieger durchsetzen.
Das Rennen ist sowohl von der Echterdinger Bev├Âlkerung als auch von der ├Ârtlichen Presse sehr positiv aufgenommen worden. Damit war der Weg frei f├╝r eine Veranstaltungsserie, die auch in den Folgejahren jeweils mehrere tausend Menschen in ihren Bann zog. Eng verbunden mit diesen hochkar├Ątigen Rennen war der Name Dankmar Rhinow, dem es zusammen mit Gerhard Dieterle in Kooperation mit der "W├╝rttembergischen Versicherung" immer wieder gelang, das Radfest organisatorisch und finanziell abzusichern. Gerne erinnern sich auch die Vaihinger Rennfahrer an die Zeit von 1979 bis 1985, als sie sich montags in der Massagepraxis von Dankmar Rhinow die vom Wochenendeinsatz geschundenen Muskeln lockern lie├čen und die Rennen nochmals analysieren konnten.
Am Bernhartsberg wird am 30. August im Auftrag des BDR ein Auswahlrennen zur Einstufung in den C-Kader der Jugend organisiert.
Die Vereinsf├╝hrung bem├╝ht sich seit l├Ąngerer Zeit um den weiteren Ausbau der Radsportanlage am Bernhartsberg und um ein eigenes Vereinsheim. Bis zum Abschluss der Planungen und der Fertigstellung des Sportheims wird dem Verein von der Stadtverwaltung eine Bauh├╝tte am Fu├če des Bernhartsberges zur vorl├Ąufigen Nutzung ├╝berlassen. Gesellige Zusammenk├╝nfte zwingen dort zwar zu engem Kontakt, aber nicht zur Abstinenz.
Der RSV tritt wieder der Stuttgarter Renngemeinschaft (SRG) bei und schafft damit die Voraussetzungen, den Bahnradsport auf der Stuttgarter Radrennbahn mitgestalten zu k├Ânnen.

1981

"Das Jahr 1981 ist f├╝r den RSV das erfolgreichste und f├╝r den engagierten Trainer Horst Schwarz das ereignisreichste in der bisherigen Vereinsgeschichte" berichtet der Vorstandsvorsitzende Gerhard Dieterle in der Jahreshauptversammlung. Nicht weniger als 17 Titel und Medaillenpl├Ątze bei Deutschen- und W├╝rttembergischen Meisterschaften sind nach Vaihingen geholt worden. Die Ergebnisliste beeindruckt auch noch in heutiger Zeit.

Deutschen Meisterschaften:

Uli Mayer, Oliver Rhinow, Markus Hess und Andreas Baumbach
- 3. Platz Junioren-Stra├čenvierer
- Vizemeister im 3000 m Zeitfahren (Bahn) und Bronzemedaille im 50 km Zeitfahren (Stra├če) der Vierer

W├╝rttembergische Meisterschaften:

Meistertitel:
Reinhard Grauer, Steher ┬ş Amateure
Markus Hess, Punktefahren und Sprint der Junioren
Uli Mayer, 1000 m und 3000 m Zeitfahren der Junioren
Andreas Baumbach, Querfeldein der Jugend
Hess ┬ş Mayer ┬ş Rhinow ┬ş Baumbach, Bahnvierer der Junioren
Hess ┬ş Rhinow ┬ş Baumbach ┬ş Vitzthum, Stra├čenvierer der Junioren

Vizemeister:
Hess ┬ş Mayer, Zweier-Mannschaftsfahren der Junioren
Andreas Baumbach, 1000 m Zeitfahren der Jugend
Paola Latini, Stra├čenfahren der M├Ądchen

Bronzemedaillen:
Markus Hess, 1000 m Zeitfahren der Junioren
Andreas Baumbach, Sprint der Jugend
Uli Mayer, Punktefahren der Junioren
Andreas Baumbach, Zweier-Mannschaftsfahren der Jugend (Bahn)
Die herausragenden Erfolge bei den Deutschen- und W├╝rttembergischen Meisterschaften belegen: Der RSV ist wieder erfolgreichster baden-w├╝rttembergischer Radsportverein in der Jugendarbeit.

1982

Bei den W├╝rttembergischen Meisterschaften der Junioren in Bodelshausen kann die Vierer-Vereinsmannschaft mit Oliver Rhinow, Michael Vitzthum, Andreas Kriese und Dietmar Weinmann den begehrten Titel erringen. Durch den Weggang der bisher so erfolgreichen Fahrer Uli Mayer zur LG Stuttgart und Markus Hess zur RSG Heilbronn schlug die Stunde der Jungen. Andreas Kriese und Dietmar Weinmann f├╝gen sich gut in die Mannschaft ein und k├Ânnen ihren ersten gro├čen Sieg einfahren.
Ermutigt durch das gro├če Publikumsinteresse im Jahr 1980 f├╝hrt der Verein wieder ein Radrennen im Ortskern von Echterdingen durch. Am Start vor dem Rathaus sind wieder viele Titeltr├Ąger im Fahrerfeld. Der RSV-Fahrer Uli Seher belegt hinter Uli Wei├č vom Stuttgarter SC und vor dem B├Âblinger Bruno H├Ąnle einen hervorragenden zweiten Platz. Bei den Junioren erringt Andreas Kriese den dritten Rang und bei der Jugend f├Ąhrt Alexander Hacker auf den f├╝nften Platz. Der Stuttgarter B├╝rgermeister Rolf Thieringer kann am 5. September dem Sieger des Partnerschaftsrennens Stra├čburg ┬ş Stuttgart, Jean Marie Landherr (Frankreich), am Bernhartsberg den Pokal ├╝berreichen. Zweiter wird sein Landsmann Michael Boeppler. Der Gundelfinger Bernhard Baldinger belegt in dem von vielen Experten als schwer eingestuften Rennen den dritten Platz.
Nach langer Pause richtet der RSV wieder ein internationales Querfeldeinrennen in der N├Ąhe der Bernhartsh├Âhe aus. Es gewinnt Rigobert Matt aus Murg-Niederhof, gefolgt von den Schweizern D'Arsie und H├Ąuselmann. Der heutige Landestrainer Wolfgang Ruser (Magstadt) wird Vierter. Urspr├╝nglich vielversprechende Bem├╝hungen, am Bernhartsberg ein Leistungszentrum f├╝r Stra├čen-, Querfeldein- und Hallenradsport zu etablieren, scheitern am Einspruch der Forstverwaltung.

1983

Das Junioren-Tandem Dietmar Weinmann und Alexander Hacker holen sich in einem der letzten Rennen auf der alten Stuttgarter Radrennbahn den Titel bei der W├╝rttembergischen Meisterschaft und reihen sich damit in die lange Liste der erfolgreichen RSV-Fahrer ein. Reinhard Grauer gewinnt hinter Schrittmacher Erwin Graf seinen sechsten W├╝rttembergischen Steher-Titel und beendet wenige Wochen sp├Ąter nach massiven und zum Teil auch gef├Ąhrlichen Behinderungen auf der Radrennbahn in Cannstatt seine bis dahin so erfolgreiche sportliche Steher-Karriere. Dietmar Weinmann kann bei den W├╝rttembergischen Meisterschaften der Junioren die Bronzemedaille im Punktefahren erringen. Bei der W├╝rttembergischen Bergmeisterschaft der Amateure belegt J├╝rgen H├Ąberle den dritten Platz.
H├Âhepunkte des Radsportsommers sind die Ausrichtung eines weiteren Radrennens in Echterdingen, des hochrangig besetzten Finalrennens um den LBS-Cup sowie ein Einzelzeitfahren am Bernhartsberg als Prolog zum Partnerschaftsrennen Stuttgart ┬ş Stra├čburg.
Die Einweihung der Hanns-Martin-Schleyer-Halle ist auch f├╝r die Radsportler des Vereins ein gro├čer Tag und der Beginn einer neuen ├ära des Bahnradsports.
Nach intensiven und langwierigen Verhandlungen zeichnen sich erste Erfolge der Bem├╝hungen um ein geeignetes Grundst├╝ck zum Bau eines Vereinsheims ab. Hartn├Ąckiger Streiter f├╝r die Belange des Vereins ist der damalige Vorsitzende Gerhard Dieterle. Ihm gelingt es auch, das Holzhaus, das neben der vor dem Abriss stehenden alten Stuttgarter Radrennbahn auf dem Cannstatter Wasen stand, f├╝r die Zwecke des Vereins zu sichern.
Mit der Gr├╝ndung einer Touristik-Abteilung tr├Ągt die Vereinsf├╝hrung dem boomartigen Aufstieg des Fahrrades als Sportger├Ąt f├╝r Hobbyfahrer Rechnung. Schon seit l├Ąngerer Zeit haben die Ursachen dieser Entwicklung, ein vermehrtes Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein in der Bev├Âlkerung sowie erfolgreiche bundesdeutsche Radsportathleten, einen Trend ausgel├Âst, der das Interesse der Freizeitradler an den Angeboten des Vereins geweckt und auch zu einem deutlichen Anstieg der Mitgliederzahlen gef├╝hrt hat.

1984

Am 14. Januar veranstaltet der Vaihinger Radsportverein auf einem von Sturmb├Âen und Dauerregen aufgeweichten Rundkurs um die Echterdinger Spielwiese (am Waldheim) die W├╝rttembergische Querfeldeinmeisterschaft der Jugend, Junioren und Amateure. Der Titelverteidiger Wolfgang Ruser aus Magstadt ist wegen eines Einsatzes bei der Nationalmannschaft in Berlin nicht am Start. Der Magstadter Amateur Andi Kollro├č kann die Meistersch├Ąrpe in Empfang nehmen.
Bereits am 2. Juni richtet der RSV die Baden-W├╝rttembergischen Titelk├Ąmpfe der Damen aus. Auf dem schwierigen und kraftraubenden Rundkurs am Bernhartsberg kann sich die Lokalmatadorin Paola Latini die W├╝rttembergische Vizemeisterschaft der M├Ądchen im Einer-Stra├čenfahren erk├Ąmpfen. Alexander Hacker wird bei den W├╝rttembergischen Stra├čenmeisterschaften im gleichen Jahr Dritter in der Junioren-Klasse.
Schon seit Jahren f├Ąhrt er vor allem bei Bahnrennen in der Spitze mit und verteidigt zusammen mit A. Ritzler von Stuttgardia Stuttgart seinen im vergangenen Jahr errungenen W├╝rttembergischen Tandem-Titel erfolgreich.
Im Fr├╝hjahr beginnt der Aufbau des Vereinsheims auf einem Grundst├╝ck im Gewerbegebiet "Obere Waldpl├Ątze" in der N├Ąhe des Bernhartsberges. Bezirksvorsteher Walter Mezger brachte es auf den Punkt, als er das gelungene Werk bei dessen Einweihung im September 1984 als "die Kr├Ânung der 83-j├Ąhrigen Geschichte des Radsportvereins Vaihingen" bezeichnete. Das Geb├Ąude, das noch vor wenigen Monaten als B├╝ro und Umkleideraum an der Radrennbahn gedient hatte, war das erste Vereinsheim eines Radsportvereins in Stuttgart. Mit Fug und Recht waren die Mitglieder stolz auf ihre Leistung. Sie hatten unter der Regie von Gerhard Dieterle in ├╝ber 3000 freiwilligen Arbeitsstunden aus der alten Baracke ein schmuckes Heim gemacht, das auch heute noch Ausgangspunkt und Ziel nahezu aller Trainingsfahrten sowie geselliger Mittelpunkt des Vereinslebens ist. Unvergessen bleiben Theresia (Resle) und Erich Kohl, die das Vereinsheim von Anfang an bis 1993 bewirtschafteten und in dieser Zeit auch "die Seele des Vereins" verk├Ârperten.

1985

Aus Anlass der 800-Jahr-Feier der Stadt Echterdingen stellt der Verein dort ein Radkriterium mit Starbesetzung auf die Beine. Mit Gregor Braun, Olympia-Sieger 1976, Klaus Peter Thaler, amtierender Profiweltmeister im Querfeldein, Rolf G├Âlz, Silbermedaillengewinner von Los Angeles und Deutscher Meister der Profis, Werner Betz, Europameister der Steher, Horst Sch├╝tz, Weltmeister in der gleichen Disziplin, Henry Rinklin, WM-Bronzemedaille im Punktefahren und anderen Radstars ist ein erlesenes Feld am Start. Bei den Profis, die zur Freude der zahlreichen Zuschauer hinter Derny-Maschinen herjagen, gewinnt Gregor Braun vor Heinz Betz und Horst Sch├╝tz. Im Rennen der Amateure setzt sich Markus Hess durch, der zu dieser Zeit f├╝r den Heilbronner Verein f├Ąhrt. Der Vaihinger Michael Vitzthum belegt einen guten 14. Platz unter 60 Startern.
Paola Latini ist das erste M├Ądchen in der langen Rennsportgeschichte des Vereins, die einen W├╝rttembergischen Meistertitel nach Vaihingen holen kann. Sie gewinnt die Winterbahnmeisterschaft in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle.
Ein Rennen um den LBS-Cup sowie ein Rundstreckenrennen f├╝r Jugendfahrer und Junioren, Rennen f├╝r Amateure und verschiedene weitere Wettk├Ąmpfe sind Programmpunkte einer Sportwoche rund um den Bernhartsberg.
Rund 40 Mitglieder des Vereins sind bei der Juniorenweltmeisterschaft in Stuttgart im Einsatz.

1987

Ein weiteres Mal ist einem Volksradfahren nur ein bescheidener Erfolg beschieden. Seit Anfang der siebziger Jahre bem├╝hten sich die jeweiligen Vereinsf├╝hrungen mit vielerlei Aktionen, das Fahrrad einer inzwischen motorisierten Gesellschaft als Freizeit-Sportger├Ąt n├Ąher zu bringen. So wurden nahezu in jedem Jahr teilweise mehrfach Wanderfahrten, EURAUDAX-Veranstaltungen, Volksradfahrten, Tage des Radfahrens, Ferien-Fahrrad-Tage, Geschicklichkeits-, Orientierungs- und Bildersuchfahrten sowie andere betreute Unternehmungen angeboten. Die Resonanz konnte aber zumeist niemand zufrieden stellen, der am nicht unbetr├Ąchtlichen organisatorischen Aufwand beteiligt war. Inzwischen werden von der Touristik-Abteilung des Vereins allj├Ąhrlich gef├╝hrte Familienausfahrten f├╝r Jedermann ausgeschrieben, die bisher zwar auch keine Massenbewegungen darstellen, aber mit vertretbarem Aufwand abgewickelt werden k├Ânnen.
Der Verein leistet mit seinen bew├Ąhrten Kr├Ąften Ma├čarbeit bei der Absicherung der Tour de France-Etappe in Stuttgart.

1988

Erstmals wird unter Beteiligung des Vereins der mit vielen deutschen und internationalen Radstars besetzte "Schwabenbr├Ąu-Cup" ausgetragen.
Rund 200 Radrennfahrer aus Frankreich und Deutschland beteiligen sich am internationalen Partnerschaftsrennen von Stra├čburg nach Stuttgart, die von Helfern des RSV am Zielstrich vor der ├ľsterfeldschule in Empfang genommen werden.
Bei den W├╝rttembergischen Bahnmeisterschaften belegt Carmen Jung im Sprint den zweiten Platz hinter der Kornwestheimerin Sandra F├Âhl. Manfred Hellriegel kann die Bronzemedaille sowohl im Sprint als auch im Zweier-Mannschaftsfahren der Junioren gewinnen.
Von 1988 bis 1993 unterst├╝tzt der RSV die Radtouristik "Leibstadt ┬ş Stuttgart", eine Radfernfahrt ├╝ber 230 km, die zwar selten von der Sonne verw├Âhnt war, aber langlebige Freundschaften mit den Schweizer Radsportlern aus Leibstadt begr├╝ndet hat. Eingef├Ądelt wurde das Radspektakel noch von dem heutigen Leiter des Olympiast├╝tzpunktes Stuttgart, Karl Link, der seine guten Beziehungen zu den Schweizer Organisatoren nutzen konnte.
Von einem Erlebnis besonderer Art sind die Rennfahrer Manfred Hellriegel und Frank Jahn betroffen. W├Ąhrend einer Trainingsfahrt werden zwei Sch├╝sse, vermutlich aus einem Luftgewehr, auf sie abgegeben. Eine Kugel zischt am Kopf von Manfred Hellriegel vorbei. Der zweite Schuss verletzt Frank Jahn, der gerade dabei ist, einen Reifendefekt zu beheben, an der Hand. Der ├ťbelt├Ąter konnte unerkannt entkommen.
Gerhard Dieterle stellt sich nach 15-j├Ąhriger Amtszeit nicht mehr f├╝r das Amt des Ersten Vorsitzenden zur Verf├╝gung. Zu seinem Nachfolger wird Arnold Jahn gew├Ąhlt.

1989

Nach dem zweiten Platz im Vorjahr gewinnen Reinhard Grauer und Horst Schwarz den Europacup im Stra├čen-Tandem. Aus "Jux" haben die beiden Oldies mehrere Jahre nach ihren Einzelkarrieren mit dem Tandemfahren begonnen und sich nun gegen die j├╝ngere Konkurrenz und das bessere Material durchgesetzt. Am Ende der 37 km langen Fahrt trennen sie gerade mal f├╝nf Sekunden von den zweitplatzierten Summermatter/Mosimann aus der Schweiz.
Von vielen zun├Ąchst unbemerkt, ist im Verein ein weiteres Talent im Bahnradsport herangereift. Der Juniorenfahrer Manfred Hellriegel konnte sich nach der Bronzemedaille im Sprint und im Zweier-Mannschaftsfahren 1988 nun den W├╝rttembergischen Meistertitel in der 3000m Einer-Verfolgung wie auch im Zweier-Mannschaftsfahren sichern.
Im Punktefahren der Amateure holt sich Frank Jahn die Silbermedaille.
An einem launigen Abend wird im Vereinsheim die Idee einer mehrt├Ągigen Ausfahrt der Touristiker ├╝ber Himmelfahrt geboren. Erstes Ziel ist der Pichlerhof bei Montan in S├╝dtirol. Unter der ortskundigen Leitung von G├╝nter Guth erleben die Touris sowie einige begleitende Damen unvergessliche Tage. Die Himmelfahrtsausfahrten in verschiedene landschaftlich reizvolle Gebiete sind seither ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender des Vereins.
Auf dem unteren Teil des Vaihinger Marktes ist am 3. Juni eine gro├če Zahl engagierter Vereinsmitglieder im Einsatz, um der von dem damaligen Zweiten Vorsitzenden G├╝nther Fischer organisierten "Vaihinger Fahrrad-B├Ârse" zu einem guten Start zu verhelfen. In einer Zeit r├╝ckl├Ąufiger Zusch├╝sse bei steigenden Aufwendungen f├╝r den Sportbetrieb war der Verein gezwungen, neue Wege zu gehen, um die notwendigen Gelder zu beschaffen. Die Veranstaltung wurde mit einem noch bescheidenen aber dennoch voll zufriedenstellenden Erfolg abgeschlossen. Wichtig war aber die Erkenntnis, dass in Vaihingen ein Bedarf f├╝r einen solchen Gebrauchtr├Ądermarkt gegeben war. In den folgenden Jahren hat die Fahrrad-B├Ârse st├Ąndig an Bedeutung gewonnen. Schon bald kamen auch andere Vereine, Organisationen und Aussteller dazu, um ihre Angebote zu pr├Ąsentieren.
Aufgrund seiner ├╝berragenden Verdienste f├╝r den Verein und den Radsport in der Region wird Gerhard Dieterle in der Jahreshauptversammlung unter gro├čem Beifall zum Ehrenvorsitzenden gew├Ąhlt.

1990

Frank Jahn wird mit seinem Schrittmacher Horst Schwarz Zweiter bei der W├╝rttembergischen Derny-Meisterschaft und der RSV-Jugendfahrer Marc Keller gewinnt die Bronzemedaille im 500 m Zeitfahren auf der Bahn.
Erneut ist der Verein an der Ausrichtung des "Schwabenbr├Ąu-Cup" beteiligt.

1991

Stuttgart ist Schauplatz der Radweltmeisterschaft. Der fr├╝here Vorstand des RSV, Gerhard Dieterle, ist schon fr├╝h in das Organisationsteam berufen worden und kann dort seine reichen Erfahrungen in die Planungen wie auch in die Veranstaltung selbst einbringen.
Dem erfolgsgewohnten Trainer Horst Schwarz gelingt es, aus den vier jungen und bis dahin noch wenig in Erscheinung getretenen Rennfahrern Florian Mayer-Aichen, Michael Esslinger, Thomas Gebhardt und Marc Keller eine homogene und sehr ehrgeizige Mannschaft zu formen. Sie gewinnen in Frohnstetten ├╝berraschend die W├╝rttembergische Meisterschaft im Stra├čen-Vierer der Junioren.
In der Turn- und Versammlungshalle an der Katzenbachstra├če feiert der Verein am 23. November sein 90-j├Ąhriges Bestehen. Ehreng├Ąste aus Politik und Sport sowie der ├╝berwiegende Teil der Mitglieder sehen ein unterhaltsames Programm. Unbestrittener H├Âhepunkt des Abends ist der Auftritt der Weltmeisterin im Kunstradfahren, Iris Kurz, die eine atemberaubende Vorstellung ihres K├Ânnens zeigt.

1992

Im Rahmen des Robert-Bosch-Sportfestes organisiert die Touristik-Abteilung eine Radausfahrt ├╝ber 65 und 136 km auf die Schw├Ąbische Alb.

1993

Die Bewirtung am B├Ąrenschl├Â├čle wie auch die Zielankunft der Radfernfahrt Leibstadt ┬ş Stuttgart ist erneut total verregnet. Der erhoffte finanzielle Gewinn f├Ąllt daher bescheiden aus.

1994

Eine im Zusammenwirken mit der DAK ausgeschriebene Radausfahrt st├Â├čt nur auf geringe Resonanz.

1995

Christoph Walz, aufstrebender Jungunternehmer im Fahrradhandel aus Stuttgart-M├Âhringen, startet in den Jahren von 1995 bis 1999 bei zahlreichen nationalen und internationalen Veranstaltungen im Downhill-Sport, darunter bei der Downhill-Weltmeisterschaft 1996, bei Weltcup-Rennen und bei europ├Ąischen- und nationalen Titelk├Ąmpfen. Trotz eingeschr├Ąnkter Trainingsm├Âglichkeiten erreichte er in dieser nur einer ganz waghalsigen Spezies von Rennfahrern vorbehaltenen Disziplin beachtliche Erfolge.
Zur Unterst├╝tzung des Vorstandes werden Fachgruppen f├╝r die Bereiche Rennsport, Touristik, Vereinsheim und ├ľffentlichkeitsarbeit eingerichtet. Au├čerdem werden Strukturen geschaffen, die es erlauben, Sonderaufgaben, wie etwa die Organisation von Festen, der Vaihinger Fahrrad-B├Ârse, die Planung des Vereinsjubil├Ąums sowie andere definierte oder vor├╝bergehende Arbeiten auf f├╝r den Einzelbereich ausgew├Ąhlte Personen oder Teams zu ├╝bertragen. Mit diesen Organisationsformen haben moderne F├╝hrungselemente in unseren Verein Einzug gehalten, die sich nach den bisher gemachten Erfahrungen im Wesentlichen auch bew├Ąhrt haben.
Aus der Touristik-Abteilung formieren sich einige Damen zur sogenannten "Cappuccino-Gruppe".
Die bisher nicht radelnden Ehefrauen der RSV-Pedaleure und andere sportliche Frauen haben Lust aufs Fahrrad bekommen. Unter der Leitung von Peter Sch├Ąme genie├čen sie die 20 ┬ş 40 km langen Ausfahrten. Mittlerweile hat auch G├╝nter Guth zeitweilig F├╝hrungsaufgaben ├╝bernommen und die Damen unternehmen beachtliche Tagestouren bis zu 100 km. Die noch immer aktive Gruppe sucht noch Verst├Ąrkung ┬ş auch durch M├Ąnner.
F├╝r den aus pers├Ânlichen Gr├╝nden zur├╝ckgetretenen Arnold Jahn wird Horst G├╝nther zum neuen Ersten Vorsitzenden des Vorstandes gew├Ąhlt.

1996

Nach Abschluss der Radfernfahrten Leibstadt ┬ş Stuttgart vor einigen Jahren kreisen die Gespr├Ąche in der Touristikabteilung immer h├Ąufiger um eine gr├Â├čere Ausfahrt. Der damalige Fachgruppenleiter Herbert Schulze und sein st├Ąndiger Begleiter auf dem Rad, Horst G├╝nther, scheinen nur auf einen Ansto├č gewartet zu haben. In k├╝rzester Zeit hatten sie eine mehrt├Ągige Fahrt an den Bodensee zusammengestellt, die von allen Teilnehmern sehr gut aufgenommen wurde. Seither werden in jedem Jahr auch von Tina Sch├Ąme und Michael Werner anspruchsvolle Drei-Etappen-Fahrten f├╝r sportliche Fahrer organisiert.
Eine weitere Premiere ist die Beteiligung des Vereins am AOK-Rad-Treff. Durch die noch immer bestehende Kooperation mit der Gesundheitskasse soll versucht werden, die Mitglieder der AOK einem Sport n├Ąher zu bringen, der wie kein anderer geeignet ist, die Gesundheit der Menschen nachhaltig zu f├Ârdern.
Mit dem Einbau eines Kinderspielplatzes, der ├änderung des Zugangsbereichs und des sp├Ąter erstellten ├╝berdachten Sitzplatzes durch die Mitglieder der Fachgruppe Vereinsheim erhalten die Au├čenanlagen unter der Regie von Hans-Dieter Opferkuch ihr heutiges ansprechendes Erscheinungsbild.
Erstmals ist der RSV mit einem Verkaufsstand auf dem Vaihinger Weihnachtsmarkt vertreten. Zusammen mit der Initiatorin Renate Struch-Wiedemann sowie ihrem Ehemann Detlef Wiedemann, der den Stand konstruierte, hatten ├╝ber 40 geschickte Frauen und M├Ąnner in vielen gemeinsamen und auch h├Ąuslichen Stunden ebenso n├╝tzliche wie originelle Weihnachtsartikel sowie Marmelade und Backwaren produziert, die mit einem erfreulich guten Erl├Âs abgesetzt werden konnten. Inzwischen f├Ąllt der Stand nicht zuletzt auch durch die stimmungsvolle Dekoration von Uschi Fischer auf und zieht allj├Ąhrlich eine wachsende Zahl von Stammkunden an.

1997

Die sportlichen Unternehmungen des RSV finden auch bei den Angeh├Ârigen der US-Army immer gr├Â├čeren Anklang. Von 33 neu in den Verein eingetretenen Mitgliedern geh├Âren 15 diesem Personenkreis an.

1998

Nach behutsamer Aufbauarbeit durch die Trainer und Jugendbetreuer Horst Schwarz, Detlef Wiedemann sowie Daniel Fuchs sind wieder zwei Juwelen im Vaihinger Radsportverein herangereift. Thorsten Struch zeigt seine herausragenden Qualit├Ąten insbesondere beim Rad-Cross, Hans Herrmann gl├Ąnzt dagegen eher auf der Bahn. Bei der Baden-W├╝rttembergischen Jugendmeisterschaft im Rad-Cross kann sich Thorsten Struch erstmals die Meisterschleife um die Schulter legen. Christoph Walz gl├Ąnzt noch einmal mit einem dritten Platz in Waldbreitbach im Downhill.
Aus privaten und beruflichen Gr├╝nden beendet Horst Schwarz seine langj├Ąhrige erfolgreiche T├Ątigkeit als Trainer der Rennfahrer. Er steht dem Verein aber weiterhin als Leiter der Fachgruppe Rennsport und in den Wintermonaten f├╝r schwei├čtreibendes Hallentraining zur Verf├╝gung.

1999

H├Âhepunkte des Sportjahres sind die gro├čartigen Erfolge der jungen Fahrer Hans Herrmann und Thorsten Struch bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften. Mit dem Bahn-Vierer des W├╝rttembergischen Radsportverbandes ├╝ber 3000 m bringt Hans Herrmann den ersten Titel eines Deutschen Meisters nach Vaihingen. Thorsten Struch erreicht mit der zweiten Mannschaft des Verbandes noch einen hervorragenden dritten Platz. Im Rad-Cross kann Thorsten Struch seinen W├╝rttembergischen Meistertitel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen.
Neidvoll haben die weniger strapazierf├Ąhigen Frauen und M├Ąnner der Touristik-Abteilung bisher ihre besser trainierten Radfreunde beobachtet, wenn sie zu ihren Drei-Etappen-Fahrten aufgebrochen sind. Gerne wurde daher das Angebot der Leitw├Âlfe Herbert Schulze und Horst G├╝nther einer abgemilderten Zwei-Etappen-Ausfahrt nach Erzgrube im Schwarzwald angenommen. Der Erfolg gab ihnen recht und so war es keine Frage, dass ein solches Vorhaben auch k├╝nftig den Terminkalender des Vereins bereichern muss.

2000

In einer spontan angesetzten Feier bereiten zahlreiche Mitglieder des Vereins dem frischgebackenen Deutschen Jugend-Meister im Rad-Cross, Thorsten Struch, einen begeisterten Empfang. Neben den Trainern Detlef Wiedemann und Daniel Fuchs war eine kleine Gruppe, unter ihnen der Erste Vorsitzende Horst G├╝nther, nach Frankfurt gereist, um den ├╝berlegenen Sieg von Thorsten vor Ort mitzuerleben. Durch diesen Erfolg wird Thorsten Struch in die Cross-Nationalmannschaft der Junioren aufgenommen.
Im Bahn-Vierer zeigen Hans Herrmann und Thorsten Struch erneut ihre St├Ąrke. Sie gewinnen bei der Deutschen Meisterschaft der Jugend die Silbermedaille. Bei den Baden-W├╝rttembergischen Meisterschaften gehen mit Sven Haag in der 2000-m-Einerverfolgung, Hans Herrmann im Sprint und Sven Haag, Hans Herrmann sowie Thorsten Struch im Olympischen Sprint drei weitere Meistertitel nach Vaihingen. Der Senkrechtstarter des RSV, Sven Haag, wird nach einem BDR-Bahn-Sichtungsrennen im Herbst in die Junioren-Bahn-Nationalmannschaft aufgenommen.
Neue Entwicklungen zeichnen sich nun auch in der Touristik-Abteilung ab. W├Ąhrend der 1999 gew├Ąhlte Leiter der Fachgruppe, Michael Werner, in der Hauptsache die w├Âchentlichen Ausfahrten am Dienstag, Donnerstag und Samstag koordiniert, f├╝hrt die Stellvertretende Leiterin dieser Abteilung, Martina Sch├Ąme, im Wechsel mit Angelika Rausch eine wachsende Zahl radsportbegeisterter Frauen durch die Region. Je nach Jahreszeit und Streckenf├╝hrung kommen die Radlerinnen 50 bis 70 km weit und erregen dabei nicht selten besondere Aufmerksamkeit in Stuttgarts Umgebung. Der Mittwoch hat sich zum Tag der "Dinos" entwickelt. Losgel├Âst von beruflichen Zw├Ąngen besteigt eine beachtliche Zahl von genussfreudigen Ruhest├Ąndlern schon am Vormittag die R├Ąder um in moderatem Tempo die reizvollsten Gebiete unseres Landes zu erkunden. Herbert Schulze beweist dabei immer wieder aufs Neue, dass er nicht nur ein exzellenter Kenner aller erreichbaren Stra├čen und Schotterstrecken ist, sondern auch die gehobene Gastronomie in weitem Umkreis bestens kennt.
"Wir sind drin" meldet unser EDV-Experte Uwe Schmucker nicht ohne berechtigten Stolz und meint damit den Internet-Auftritt des Vereins. Unter www.rsv-vaihingen.de k├Ânnen seither gut pr├Ąsentierte Informationen ├╝ber und um den Verein weltweit aus dem Internet abgerufen werden.
Zum Ende des Jahres z├Ąhlt der Verein 192 Mitglieder. Der Anteil der Frauen hat in den 90er Jahren stark zugenommen und liegt nun mit 52 gegen├╝ber 140 M├Ąnnern bei ├╝ber 27 Prozent des Gesamtbestandes.

2001

Der Wirbelwind im RSV-Trikot, Thorsten Struch, gewinnt bei den Deutschen Meisterschaften im Rad-Cross am 14. Januar im saarl├Ąndischen Wadern ├╝berlegen das Rennen in der Junioren-Klasse und wird nach seinem Sieg im Vorjahr, damals noch als Jugendfahrer, erneut Deutscher Meister. Bezirksvorsteher Herbert Burkhardt und eine gro├če Fan-Gemeinde von Mitgliedern bereiten ihm im Vereinsheim einen herzlichen Empfang.
Nur wenige Tage sp├Ąter startet Thorsten Struch am 4. Februar mit der Junioren-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im Rad-Cross in Tabor (Tschechien). Mit der hohen Startnummer 57 muss er im hinteren Teil des Feldes das Rennen aufnehmen und hat damit nur geringe Siegchancen. Regen und Schneematsch k├Ânnen Thorsten aber nicht hindern, sich im Verlaufe des Wettbewerbs kontinuierlich nach vorne zu arbeiten. Schlie├člich beendet er das Rennen auf einem hervorragenden 11. Platz von rund 70 gestarteten Fahrern. Mit diesem Ergebnis war Thorsten Struch der zweitschnellste Fahrer des j├╝ngsten Junioren-Jahrgangs hinter dem Franzosen Romain Fondard, der auf Platz 4 kam. Bundestrainer Peter Weibel und die Vereinsf├╝hrung sehen nicht zuletzt wegen dieser erfreulichen Ergebnisse mit gro├čen Hoffnungen in die Zukunft.
Der Verein feiert im Jahr 2001 den 100. Jahrestag seines Bestehens. Ganz unter dem Zeichen dieses geschichtlichen Ereignisses stehen eine Reihe von zus├Ątzlichen Veranstaltungen, mit denen er sich bei seinen Mitgliedern f├╝r ihre Unterst├╝tzung bedankt und zum Teil auch der ├ľffentlichkeit pr├Ąsentiert:

Am 12.03.2001 der Festakt "100 Jahre Radsportverein Stuttgart-Vaihingen" im Ludwig-Uhland-Saal, Stuttgart-Vaihingen
Vom 24.05.2001 bis zum 26.05.2001 die Partnerschafts-Radfernfahrt Melun/Frankreich ┬ş Stuttgart mit dem Empfang der Radler aus der Partnerstadt in Stuttgart-Vaihingen am 26.05.2001
Ebenfalls am 26.05.2001der Radmarathon "Schwobaland-extrem" ├╝ber 230 Kilometer und 3250 H├Âhenmeter in den n├Ârdlichen Schwarzwald.
Vom 14.06.2001 bis zum 17.06.2001 die Vier-Etappenfahrt der Touristiker mit Mountainbikes im romantischen Kocher- und Jagsttal.
Am 23.09.2001 die Schlussetappe im "Erdgas-Sch├╝ler-Cup", ein Radrennen f├╝r Nachwuchsfahrer, im Vaihinger Industriegebiet.
Am 13.10.2001 die Jubil├Ąumsfeier der Mitglieder und Freunde des Vereins im Saal der Vereinsgastst├Ątte des TSV Georgii-Allianz, Stuttgart-Vaihingen
Es w├Ąre ein hoffnungsloses Unterfangen, das Leben eines Hundertj├Ąhrigen in allen Details zu beschreiben. Unter dem gleichen Aspekt muss auch diese Chronik des Radsportvereins Stuttgart-Vaihingen e.V." unvollst├Ąndig bleiben. So k├Ânnen schon aus r├Ąumlichen Gr├╝nden unvergessliche Feste, Feiern und unz├Ąhlige Aktivit├Ąten nicht in die Beschreibung eingehen, obwohl gerade sie Zeugnisse eines intakten Gemeinschaftslebens in unserem Verein sind. Mag das Jubil├Ąum dazu beitragen, den Gemeinschaftsgedanken, der den Verein nun 100 Jahre durch die zum Teil dramatischen Episoden unserer Geschichte getragen hat, zu seinem Nutzen und zum Wohle des Radsports auch in der Zukunft lebendig zu erhalten.